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GPS-Lenksysteme · RTK

RTK-Lenksystem±2,5 cm Spurgenauigkeit – für wen es sich rechnet

Bei LEDAB beraten wir Landwirte seit Jahren ehrlich: Wenn Sie Reihenkulturen bearbeiten oder Bandspritzung fahren, führt kein Weg an RTK vorbei. Wer nur Getreide düngt oder Grundbodenbearbeitung fährt, braucht unter Umständen kein RTK – das sagen wir genauso offen. Alle GPS-Lenksysteme im Überblick finden Sie auf unserer Hauptseite.

RTK auf einen Blick
  • ±2,5 cm Spurgenauigkeit im Praxiseinsatz
  • Multi-GNSS – GPS · GLONASS · Galileo · BeiDou
  • Nachrüstbar für nahezu jeden Traktor
  • Kostenlose Kompatibilitäts-Beratung

Wie RTK funktioniert

Ein RTK-System besteht aus drei Komponenten, die zusammenspielen müssen – auf dem Traktor, am Feldrand und dazwischen. Fehlt eine davon oder ist das Signal schwach, leidet die Genauigkeit.

Der GPS-Empfänger am Traktor empfängt Satellitensignale von GPS, GLONASS, Galileo und BeiDou und berechnet die ungefähre Position.

Die Referenzstation steht an bekannter Position, empfängt dieselben Signale und berechnet die Abweichung zwischen gemessener und tatsächlicher Position.

Das Korrektursignal wird in Echtzeit an den Traktor übermittelt – bei stabiler Verbindung korrigiert das System die Position auf ±2,5 cm. CHCNAV-Empfänger verarbeiten dabei Signale von GPS, GLONASS, Galileo und BeiDou gleichzeitig – das stabilisiert die Korrektur auch bei schwierigem Empfang.

Das alles passiert in Millisekunden. Der Fahrer sieht auf dem Display eine stabile Spur ohne Springen, ohne Drift.

RTK-Korrektursignal: Netzwerk, SIM-Karte oder eigene Basisstation

±2,5 cm Spurgenauigkeit setzt ein aktives Korrektursignal voraus – ohne Korrektur arbeitet der Empfänger mit Standard-GPS und damit 3–5 Meter Abweichung. Drei Wege liefern das Korrektursignal:

  • Netzwerk-RTK per SIM-Karte/NTRIP: Alle CHCNAV-Empfänger haben ein integriertes 4G-Modem. SIM-Karte einstecken, Verbindung zu einem NTRIP-Korrekturnetz wie SAPOS herstellen – fertig. Voraussetzung: stabile LTE-Versorgung auf dem Schlag.
  • Eigene RTK-Basisstation: Kein stabiles Mobilfunknetz auf dem Schlag? Eine eigene Basisstation sendet das Korrektursignal per UHF-Funk direkt an den Traktor – ohne laufende Abo-Kosten. Einmalige Investition, kein monatlicher Dienst.
  • Satellitenbasierter Korrekturdienst/SkyTrix: Das CHCNAV NX612 unterstützt SkyTrix als Alternative zur eigenen Basisstation – sinnvoll für Betriebe mit dauerhaft schlechtem LTE-Empfang und ohne Basisstation.

Geht das RTK-Signal kurzzeitig verloren, fällt das System auf Standard-GPS zurück – die Spurgenauigkeit leidet sofort. Wer in Regionen mit schlechter LTE-Versorgung arbeitet, sollte auf eine eigene Basisstation oder SkyTrix setzen, statt auf Netzwerk-RTK zu vertrauen. LEDAB berät dazu kostenlos.

Praxisbeispiel: Zuckerrüben hacken

RTK hält die Spur auf ±2,5 cm – über die gesamte Saison, auch wenn Wochen zwischen Aussaat und Hacke liegen. Bei DGPS schwankt die Spur bis zu 50 cm von Bahn zu Bahn; bei Getreide reicht das, bei Reihenkulturen nicht. Das entscheidet, ob mechanisches Unkrautmanagement möglich ist oder nicht – mehr zum Vergleich der Systeme unter Lenksystem Nachrüsten.

Aussaat im März mit RTK: Sie säen Zuckerrüben mit 45 cm Reihenabstand. Das System speichert die Spur zentimetergenau.

Hacken im Mai auf gespeicherter Spur: Sie laden die gespeicherte Spur. Das System fährt exakt dieselbe Linie wie bei der Aussaat. Die Hackschare laufen zwischen den Pflanzenreihen – mit 2–3 cm Abstand zu den Rüben.

Mit RTK (±2,5 cm) bleiben die Hackschare in der Reihe. Mechanisches Hacken funktioniert, keine beschädigten Pflanzen.

Mit DGPS (30–50 cm) schwankt die Spur. Die Hackschare treffen die Pflanzen. Mechanisches Hacken ist nicht möglich – Sie müssen flächig Herbizid spritzen.

In Feldversuchen mit GPS-gesteuerten Hacken konnten Herbizidmengen gegenüber flächenhafter Ausbringung um rund 60–70 % gesenkt werden. Bei Mais ergibt das je nach Pflanzenschutzkostensituation Einsparungen von 60–120 € pro Hektar. Die tatsächliche Einsparung hängt von Betriebsgröße, Kultur und Betriebsmittelkosten – jeder Betrieb kann seine eigene Rechnung ableiten.

RTK in schwierigen Lagen

Am Waldrand hält Multi-GNSS genug Satelliten im Sichtfeld – auch bei Abschattung durch Bäume. An Hanglagen gleicht der IMU-Sensor im CHCNAV-System Roll- und Nickbewegungen aus: Bei bis zu 15 % Hangneigung bleibt die Spur auf ±2,5 cm. Bei Nebel, Regen oder Nacht ändert sich an der Spurgenauigkeit nichts – GPS ist wetterunabhängig. Für Betriebe in Mittelgebirgsregionen oder am Alpenrand ist RTK mit IMU-Ausgleich oft die einzige Genauigkeitsstufe, die im Gelände konsistent arbeitet.

Parallelfahrsystem = RTK?

Parallelfahrsystem und Lenksystem sind nicht dasselbe: Ein Parallelfahrsystem zeigt dem Fahrer die Spur an, lenkt aber nicht selbst – ein aktives Lenksystem greift in die Lenkung ein. RTK ist dabei die Genauigkeitsstufe, keine Systembeschreibung. Alle Details zu Parallelfahrsystemen und dem Unterschied finden Sie unter Parallelfahrsysteme. Alle CHCNAV- und LACOS-Systeme bei LEDAB sind aktive Lenksysteme mit RTK-Genauigkeit – mehr dazu unter CHCNAV Lenksystem und LACOS Lenksystem.

Wer ein „Parallelfahrsystem" angeboten bekommt, sollte fragen: Lenkt das System aktiv oder zeigt es nur die Spur an? Und mit welcher Genauigkeit arbeitet es? Standard-GPS (3–5 m) oder DGPS (30–50 cm) reichen für Getreide – für Reihenkulturen und mechanisches Hacken brauchen Sie RTK mit ±2,5 cm. Einen vollständigen Vergleich der Genauigkeitsstufen und Systemtypen finden Sie unter Parallelfahrsysteme und Lenksystem Nachrüsten.

RTK-Hardware bei allen LEDAB-Systemen

Alle CHCNAV- und LACOS-Systeme, die wir verbauen, sind RTK-fähig. Sie entscheiden nur, welche RTK-Korrektur Sie buchen. Das bedeutet: Sie kaufen einmal das System mit RTK-Hardware und buchen die RTK-Korrektur. Falls Sie später auf DGPS zurückgehen wollen – etwa bei reinem Getreideanbau – können Sie die Korrektur abbestellen. Das System kann RTK; Sie entscheiden, ob Sie es nutzen.

RTK-Lenksystem nachrüsten: Voraussetzungen und Ablauf

Fast jeder Traktor lässt sich mit einem RTK-Lenksystem nachrüsten – ob über CAN-Bus/Steer-Ready, Hydraulikventil oder Lenkradmotor. Welcher Weg für Ihr Modell passt, hängt von Baujahr und Serienausstattung. Den vollständigen Vergleich aller drei Nachrüstwege mit Einbauzeiten und Kosten finden Sie auf Lenksystem Nachrüsten.

LEDAB prüft vor der Nachrüstung, ob Ihr Traktor eine werkseitige CAN-Bus-Vorbereitung hat (CLAAS ca. 2013, Fendt ca. 2010, John Deere ca. 2011–2014). Ist Steer-Ready vorhanden, ist das der sauberste Weg – kein mechanischer Eingriff, Einbauzeit 3–4 Stunden. Die Spurgenauigkeit ist bei allen Nachrüstwegen identisch: ±2,5 cm RTK bei stabilem Korrektursignal. Details zur LACOS-Integration finden Sie unter LACOS Lenksystem.

Für markenspezifische Kompatibilitätsdetails hat LEDAB eigene Seiten für Fendt Lenksystem und John Deere Lenksystem. ISOBUS-Integration über LACOS funktioniert mit allen drei Nachrüstwegen – Details dazu unter LACOS Lenksystem und CHCNAV Lenksystem. Marke, Modell und Baujahr genügen für die kostenlose Kompatibilitätsprüfung durch LEDAB.

Gebraucht oder neu: RTK-Lenksystem kaufen

Neue RTK-Systeme haben einen klaren Vorteil: aktuelle Firmware, Herstellergarantie und bekannte Konfiguration. LEDAB liefert CHCNAV und LACOS mit vollständigem Einbauservice – das System wird vor Ort getestet, bevor der Traktor die Werkstatt verlässt. Modellspezifische Informationen für John Deere finden Sie unter John Deere Lenksystem.

Gebraucht-Systeme sind preislich attraktiv, aber nicht ohne Risiko. Drei Punkte, die beim Gebrauchtkauf entscheiden:

  • Firmware-Stand: Veraltete Firmware kann die NTRIP-Kompatibilität einschränken oder Features sperren. Prüfen, ob Updates noch verfügbar sind.
  • Korrekturdienst-Bindung: Manche RTK-Abo-Dienste sind an einen Nutzer oder eine Seriennummer gebunden – nicht übertragbar.
  • Hardware-Zustand: Lenkradmotor und Kabelführung sind Verschleißteile. Ein System, das drei Saisons gelaufen ist, kann Adapter- oder Motorverschleiß haben, der nicht auf den ersten Blick erkennbar ist.

Wer ein günstiges RTK-Lenksystem sucht: Das CHCNAV NX510 ist der wirtschaftliche Einstieg im Neukauf – volle RTK-Spurgenauigkeit, ohne Funktionen, die Sie nicht brauchen. LEDAB rechnet auf Anfrage durch, ob Neu- oder Gebrauchtkauf für Ihren Betrieb die bessere Wirtschaftlichkeit ergibt.

Brauchen Sie RTK für Ihren Betrieb?

LEDAB rechnet anhand Ihrer Kulturen und Flächen durch, ob RTK notwendig ist oder DGPS ausreicht – ehrlich, ohne Upselling. Schicken Sie uns Marke, Modell und Baujahr Ihres Traktors für eine kostenlose Kompatibilitätsprüfung. Einen Überblick aller Systemoptionen finden Sie auch unter Parallelfahrsysteme.

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